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Gehaltvolle Plauderei

Die große Kunst des „kleinen Gesprächs“: Was Sie MIT Small Talk Gewinnen

Small Talk ist kein belangloses Plaudern übers Wetter – oder muss es zumindest nicht sein. Wenn Sie sich in der Kunst des Small Talks üben, lernen Sie etwas, dass Sie im Berufsleben deutlich nach vorne bringen kann. Das Gute daran: Die Fähigkeit zum Small Talken zu erwerben, ist ganz einfach. Sie müssen sich dabei nicht (über-)anstrengen, keine schwierigen Formeln lernen oder wochenlang Seminare besuchen. Und es ist lustig. Was gibt es Besseres, als Spaß zu haben und dabei gleichzeitig etwas zu lernen, das Sie weiterbringt?

Für Selbstständige, Unternehmer*innen und Freelancer gehört es zum täglich Brot, Kontakte zu knüpfen. Ein gut geführter Small Talk kann ihnen dabei größere Dienste leisten, als den meisten bewusst ist. Aber auch für Arbeitnehmer vom Azubi bis in die Chefetage ist dieses wunderbare Softskill absolut bereichernd.

Für eine gute Atmosphäre: Plaudern als Einstieg ins Job-Interview

Ihre Fähigkeiten zu plaudern, sind meist schon im Vorstellungsgespräch gefragt: Jeder selbst einigermaßen kommunikativ gewiefte Arbeitgeber lässt zu Beginn ein paar Minuten Zeit für Small Talk, um eine gute Atmosphäre entstehen zu lassen. Er stellt zum Einstieg zum Beispiel folgende Fragen:

  • Wie war die Anreise?
  • Haben Sie uns gut gefunden?
  • Wie geht es Ihnen?

Aus meinen Bewerbungstrainings weiß ich: Nicht selten machen Jobkandidaten daraufhin ein verschrecktes Gesicht – nach dem Motto: „Was will der denn jetzt von mir?“ Doch damit ist eine wichtige Chance verspielt, sich selbst kommunikativ, sympathisch, aufgeschlossen, interessiert, teamfähig und optimistisch zu zeigen – Fähigkeiten, die von Bewerbern oft gefordert werden.

Für einen guten Kontakt: Small Talk als Mittel der Beziehungspflege

Innerhalb der Firma dient der Small Talk ebenfalls dazu, diese Eigenschaften locker „nebenbei“ zu präsentieren. Er ist außerdem ein Mittel der Beziehungspflege. Diese sollten Sie übrigens unbedingt kontinuierlich über einen längeren Zeitraum zu betreiben. Wer erst kurz vor den Gehaltsverhandlungen damit beginnt, dem Chef ein Kompliment nach dem anderen zu machen und ihn in Gespräche über das Wetter, Fußball und seine Vorliebe für italienische Weine zu verwickeln, wird schnell als Opportunist oder gar Schleimer entlarvt.

Für erfolgreiches Small Talken: Lassen Sie sich ihre Absicht nicht anmerken

Mehr noch- sein Sie absichtslos im Moment der Begegnung. Um mit dem Small Talk zu erreichen, was Sie WOLLEN, müssen Sie – und das scheint paradox – fähig sein zu vergessen, was Sie damit wirklich möchten. Denn an dem, was Dale Carnegie in seinem Buch “Wie man Freunde gewinnt – Die Kunst, beliebt und einflussreich zu werden” sagt, ist etwas dran: Wer fähig sei, mit Menschen Kontakte zu knüpfen und gute Beziehungen aufzubauen, brauche sich nie wieder Gedanken über seinen Kontostand zu machen.

Wem das aber als Motiv seiner Gesprächsaktivitäten anzumerken ist, der wird beim Small Talken keinen Erfolg haben. Wem beim Netzwerktreffen, auf der Weihnachtsfeier oder bei einem Event ins Gesicht geschrieben steht, dass es ihm bei den lockeren Gesprächen hauptsächlich um eigene Interessen geht, auf den trifft Goethes Sprichwort zu: „Man spürt die Absicht – und man ist verstimmt.“

Machen Sie sich deshalb bitte bewusst: Das Schlüsselwort heißt „Interesse“. Das Interesse an Menschen ist für jeden von uns von großer Bedeutung. Wir können viel von anderen lernen, von Ihren Strategien, davon, wie sie Dinge meistern, und von Ihrem Wissen und Erfahrungsschatz. Es lohnt sich also, Ihr Interesse an Menschen zu kultivieren!

Für Sie persönlich: Small Talk kann auch Ihr Privatleben bereichern

Zusammenfassend gesagt, brauchen Sie den Small Talk für das Berufsleben. Abgesehen davon wird diese Fähigkeit Ihr Leben insgesamt enorm bereichern. Es kann zum Beispiel dazu kommen, dass Sie – Small Talk sei Dank – im privaten Bereich spannende Erlebnisse haben werden:

  • Sie erfahren von einer tollen Wohnung, die demnächst frei wird
  • Sie bekommen einen Geheimtipp für die nächste Urlaubsreise
  • Sie erfahren, wer der beste Weinhändler der Stadt ist
  • und, und, und

Glauben Sie mir: Derlei kann durchaus passieren, und ich denke nicht, dass jemand etwas dagegen hat. 🙂

Wenn das gekonnte Plaudern so eine „Wundermittel“ ist, warum tun wir es dann nicht häufiger? Warum betreten in Deutschland so viele Menschen schweigend ein Wartezimmer, drücken sich auf einem Stuhl herum und vergraben sich in einer Zeitschrift, bis sie dran sind statt ein anregendes Gespräch zu führen – natürlich vorausgesetzt, sie leiden nicht an starken Schmerzen?

Für jede Gelegenheit: Nutzen Sie auch Wartezeiten und Fahrtstuhlfahrten!

Warum stehen wir wortlos im Fahrstuhl, während Menschen zusteigen, mit denen Sie ins Plaudern kommen könnten? Wieso stehen Sie stocksteif da, wenn Ihr Vorgesetzter den Aufzug betritt, und warten schweigend, bis die Fahrt vorbei ist, statt ein locker-leichtes Gespräch mit ihm zu führen? Zum Teil ist das sicher aus Gewohnheit der Fall – oder aus Angst, nicht „richtig smalltalken” zu können. Vielleicht befürchten Sie, an Menschen zu geraten, die sich nicht auf ein Gespräch mit Ihnen einlassen wollen. Und wissen Sie was? Genau das wird passieren – allerdings nur hin und wieder. Ist das ein Grund, das Thema Small Talk ein für alle Mal abzuhaken? Auf keinen Fall!

Denn die Mehrheit dieser Gespräche wird angenehm sein. Und die Kontakte, die daraus entstehen, können Sie in vielfältiger Weise bereichern, so dass Sie auf jeden Fall dranbleiben sollten. Mein Tipp: Nehmen Sie es sportlich-leicht, machen Sie keinen Kampfsport aus dem Small Talk!

Für den richtigen Zeitpunkt: Small Talk passt nicht immer

Es gibt Fälle, in denen sich Small Talk „verbietet“, zum Beispiel wenn Ihr Gegenüber ganz offensichtlich unter Zeitdruck steht, Zahnschmerzen hat oder von einer Trauerfeier zu kommen scheint. Diese Signale heißen eindeutig: Jetzt nicht! Um zu erkennen, ob jemand bereit ist für eine Begegnung, achten Sie auf die Körpersprache Ihres anvisierten „Opfers“. Und keine Sorge: Es wird immer genug Menschen geben, die zu einem Gespräch bereit sind.

Zum Schluss noch ein Hinweis für die Praxis des Small Talkens: Solange Sie nicht das Gefühl von Sicherheit und Geläufigkeit haben, trainieren Sie das Plaudern in Zusammenhängen, in denen es nicht darauf ankommt – etwa

  • beim Einkaufen
  • im Wartezimmer
  • in öffentlichen Verkehrsmitteln
  • beim Friseur
  • auf Reisen
  • vor einem Vortrag
  • auf Partys und Events
  • in Wartesituationen

Denn wie für alle Kommunikationsthemen gilt auch für den Small Talk: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es! Deshalb werden Sie in meinen Ein-Tages-Kursen zum “Business Small Talk”  auch eine ganze Menge Gelegenheit zum Üben bekommen.

Ganz viel Spaß und gute Gespräche wünsche ich Ihnen!

Präsentieren: Finden Sie Ihren eigenen Stil!

Vor ein Publikum zu treten und eine Rede zu halten, ist für viele wie ein Sprung ins kalte Wasser: Ihnen graut davor. Aber mal ehrlich: Wenn Sie sich erst einmal überwunden haben und losgeschwommen sind, macht es Ihnen Spaß, sich im Wasser zu bewegen – stimmt´s? So ist es auch beim Präsentieren: Gehen Sie es an! Stellen Sie sich ab jetzt möglichst vielen Redesituationen. Sie werden merken, wie schnell es für Sie leichter wird, einen Vortrag zu halten. Denn der Erfolg kommt mit dem Training – nur durchs Üben werden Sie zu einem guten Redner.

Überzeugend vortragen – Sie müssen üben, üben und nochmal üben!

Scott Berkun ist der Autor des überaus witzigen Buches „Bekenntnisse eines Redners“, meinem Lieblingswerk zum Thema „Präsentieren“. Schon im Vorwort gibt er dem Leser den im Grunde wichtigsten Tipp. Dort heißt es nämlich: „Danke, dass Sie dieses Buch gekauft haben, aber es wird Ihnen nicht das Geringste bringen, wenn Sie nicht üben.“ Ich liebe Berkuns Ehrlichkeit, und es stimmt einfach: Präsentieren lernt man nur durchs Machen! Auch meine drei wichtigsten Tipps für überzeugende Vorträge sind daher: Üben, üben, üben.

Nur Übung macht den Vortrags-Meister

Bleiben wir noch kurz bei Berkun. Zu dem Punkt „Warum Ihre Rede schlecht sein kann“ sagt er schlicht: Weil Sie sie zum ersten Mal halten. Berkun empfiehlt daher allen, die ans Rednerpult treten wollen oder müssen: Üben Sie Ihre Rede! Üben Sie sie oft und so realistisch wie möglich. Einen anderen Weg gibt es nicht. Das finde ich auch. Deshalb mache ich in meinen Seminaren zum Thema „Präsentation“ mit den Teilnehmern viele Übungen. Das ist selbstverständlich auch in Einzelcoachings der Fall.

Wann ist ein Redner ein Spitzen-Redner?

Was macht einen guten Redner eigentlich aus? DIE eine Eigenschaft, die Sie zum brillanten Vortrags-Meister macht, gibt es nicht: Ob jemand überzeugend, fesselnd oder inspirierend „rüberkommt“, hängt von Person, Anlass, Publikum, Inhalt und vielen weiteren Faktoren ab. Es gibt sehr gute, leise, ruhige Redner und ebenso polternd laute, die ihre Zuhörer auf eine ganz andere Art in den Bann ziehen. Pauschal lässt sich zum Präsentieren eigentlich nur sagen: Whatever works and whatever fits the situation.

Lieben Sie Ihr Publikum – Grundlagen für gutes Vortragen

Dennoch gibt es natürlich ein paar Grundlagen, die Ihnen das Vortragen leichter machen. Diese drei Dinge sind beim Präsentieren zum Beispiel unabdingbar:

  • Seien Sie überzeugt von dem, was Sie sagen!
  • Lieben Sie es, aufzutreten!
  • Haben Sie Ihr Publikum gern!

Alles andere ist meiner Erfahrung nach nicht so wichtig, wenn Ihre Grundhaltung stimmt.

Tipps gibt es viele – finden Sie heraus, was zu Ihrem Stil passt!

“Haben Sie noch einen Tipp für mich?“ Das werde ich nach den Trainings oft gefragt. Tipps kann ich natürlich viele geben – aber die sind keine Garantie, dass Sie bei Ihnen funktionieren: Jeder Redner braucht seinen eigenen Stil. Den können Sie sich nur selbst erarbeiten. Vielleicht hilft Ihnen das Merkelsche Fingerdreieck (im Fachjargon „Eisbrecher“ genannt) oder die Vorstellung, das Publikum sei nackt – vielleicht auch nicht.

Die Zehen einklemmen und das wandernde W

Ich habe auch den Hinweis schon gehört, bei Nervosität die Zehen in den Schuhen einzuklemmen. Ich persönlich bekomme davon einen Krampf. Aber wenn es Ihnen Sicherheit gibt: Klemmen Sie! Das gilt auch für den Vorschlag, den Blick im Publikum wie ein W wandern zu lassen. Bei mir würde das zu einem spontanen Blackout führen oder mindestens dazu, dass ich Publikum nicht mehr wahrnehme. Doch für Sie kann es die passende Methode sein. Probieren Sie das aus!

Kamera an! Holen Sie sich Feedback

Was im Detail zu Ihnen passt und Ihnen als Redner liegt, finden Sie am besten mit einer Videokamera und Feedback von außen heraus. Einen Vortrag vorm Spiegel einzustudieren, halte ich dagegen nicht für sinnvoll. Das ist aber ein anderes Thema. Dabei geht es um assoziierte und dissoziierte Sichtweisen – dazu ein andermal mehr. Was können Sie sonst noch für Ihren gelungen Vortrag tun? Kommen wir zu Regel Nummer Eins zurück: Üben Sie – und zwar:

  • Inhalt
    Sie müssen genau wissen, was Sie sagen, damit den Kopf frei haben, um Kontakt mit dem Publikum aufnehmen zu können.
  • Interaktion mit dem Publikum
    Beherrschen Sie den Inhalt sicher, eröffnet Ihnen das gedankliche Freiräume, zum Beispiel um Blickkontakt mit den Zuhörern aufzunehmen, dem Publikum Fragen zu stellen oder Personen im Publikum direkt anzusprechen.
  • Art des Vortrags
    Der Inhalt zählt, aber auch wie Sie ihn „rüberbringen“. Üben Sie das richtige Sprechtempo, die Dynamik und die Stellen ihrer Rede, die sich für Pausen eignen. Experimentieren Sie herum! Speziell hierfür eignet sich ein Videocoaching. Sie können sich natürlich auch selbst mit der Kamera filmen.

Rufen, rappen, mit Dialekt sprechen

Speziell wenn Sie ein eher zurückhaltender, introvertierter oder schüchterner Mensch sind, sind folgende Techniken spannend für Sie, um „aus Ihrer Haut“ zu kommen: Übertreiben Sie beim Üben ruhig ein wenig! Spielen Sie zum Beispiel mit der Lautstärke und sprechen nicht nur leise, sondern auch richtig laut. Probieren Sie auch Dialekte aus: Wie klingen Sie auf bayerisch oder als hanseatisches Nordlicht? Rappen Sie den Text. All das wird Ihnen helfen, lockerer zu werden. Nicht nur das, Sie werden so vertraut mit Ihrem Text, das Sie ihn wirklich gestalten können. Und zu guter Letzt: Gehen Sie es an! Denn der erste Schritt ist bei diesem Thema der Schwerste. Danach wird alles leichter.

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